BigMove AG

Bericht: Antonov Hegmann

Antonov Hegmann

Superlative am Boden und in der Luft.

Meist spielen sich die Superlative des Schwertransports am Boden oder zu Wasser ab.
In der Luft sind Superlative des Schwertransports aus Effizienzgründen eine Seltenheit. Nur wenn die Zeit zur Überwindung einer räumlichen Distanz allzu knapp bemessen ist, dann kommt die Luft als Verkehrsweg ins Spiel – wie im vorliegenden Fall. Hier kam als einzigartiges Schwertransport-Flugzeug die legendäre Antonov AN-225 ‚Mrija‘ auf den Plan. Das Sondermodell blieb seit seinem Erstflug am 21. Dezember 1988 mit einer maximalen Zuladung von 315 Tonnen nicht nur das nutzlaststärkste Frachtflugzeug der Welt, sondern auch ein Einzelstück. Entwickelt und gebaut wurde sie ursprünglich zum Transport der sowjetischen Raumfähre Buran.

Seitens BigMover Hegmann Transit verantwortete Jan Schwittek sowohl die Disposition als auch die Kundenbetreuung für das gesamte Transportprojekt, bis hin zur Ladungssicherung im Bauch der Antonov am Flughafen Leipzig/Halle.
Frachtgut war ein Gaskompressor Skid mit Motormodul. Dieser musste für den Straßenvorlauf zu zwei Flughäfen auf 15 Transporte aufgeteilt werden. Davon waren fünf Sondertransporte genehmigungspflichtig, der größte davon mit 14 Achsen und mit einem Frachtgutgewicht von 85 Tonnen. Dieser Zug brachte es auf die stattliche Länge von 42 Metern, eine Breite von 4,50 Metern, eine Höhe von 4,50 Metern und ein Gesamtgewicht von 152 Tonnen.
Die fünf Sondertransporte gingen ab Ruhrgebiet zum Flughafen Leipzig/Halle. Dort wurde zusätzlich ein Mobil-Kran mit einer maximalen Tragkraft von 500 Tonnen eingesetzt, um die Verladung in die Antonov sicher zu bewerkstelligen. Die Ladungssicherung in der Antonov wiederum folgt eigenen Gesetzen: Eine siebenfache Ladungssicherung ist vorgeschrieben. Daher braucht jedes einzelne Frachtgut im Bauch des Flugzeugs zusätzliche Sicherungspunkte, die den Lochleisten in der Antonov entsprechen. Es wurden also zusätzlich – man stelle sich im übertragenen Sinne überdimensionale Schablonen vor – etliche Sicherungspunkte an den Transportkisten mit einem Gesamtgewicht von 195 Tonnen angebracht, um dem internationalen Sicherheitskonzept der Antonov zu entsprechen.
Die übrigen zehn Einheiten des Kompressors wurden zum Flughafen Frankfurt Hahn transportiert und dort in eine Boeing 747 Cargo verladen. Auch dieses Frachtflugzeug rangiert in Bezug auf die Nutzlast unter den zehn größten der Welt.

Die Aufgabe von BigMover Hegmann war nach dem Start der fliegenden Superlative in Richtung Kairo – als Zwischenstopp zum Auftanken – ausgeführt. Zweieinhalb Monate Planungsvorlauf und Ausführung waren damit beendet, Planungsbeginn war bereits im Januar 2016. Allein die Korrespondenzen des aus Hegmann-Perspektive ausschließlich innerdeutschen Projektes füllen einen kompletten Aktenordner. Sie beziehen sich vorwiegend auf notwendige behördliche Genehmigungen sowie das Thema Ladungssicherung. Zeitliche Projektdauer und die Menge an Planungsdetails vermitteln eindrücklich, wie umfassend die Leistungen eines Schwertransporteurs heutzutage sein können, auch wenn letztlich ‚nur‘ die Komponente einer Großanlage innerhalb Deutschlands zu bewegen ist.

Endgültiger Bestimmungsort des vielteiligen Gaskompressors war dann Abu Dhabi. Die Kompressoren steuern die Injektion von Gas in Fernleitungen unter Hochdruck. Daher sind sie, wie die Antonov selbst, ebenfalls komplizierte Hochleistungsgeräte.
„Wir freuen uns über derartige Projekte. Daran lässt sich praktisch aufzeigen, wie solide wir komplette Teile von Großprojekten abwickeln können; wie wir unseren Kunden, die zum Teil immens große Aufgaben international stemmen, zuverlässig ganze Projektteile aus einer komplizierten Prozesskette abnehmen können. Damit sind wir mehr als Transporteure, wir sind Problemlöser. Das macht uns auch ein bisschen stolz“, so Schwittek nach getaner Arbeit.

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